Additive Fertigung vs. 3D-Druck — Was ist der Unterschied?
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Additive Fertigung vs. 3D-Druck — Was ist der Unterschied?

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Zwei Begriffe, ein Verfahren?

In der Industrie und in Fachgesprächen begegnen Ihnen beide Bezeichnungen: Additive Fertigung und 3D-Druck. Auf den ersten Blick scheinen sie dasselbe zu meinen — doch es gibt einen wichtigen Unterschied im Kontext und in der Verwendung.

Was bedeutet „Additive Fertigung”?

Der Begriff Additive Fertigung (englisch: Additive Manufacturing, kurz AM) ist der technische Oberbegriff für alle Verfahren, bei denen ein Bauteil durch schichtweises Hinzufügen von Material aufgebaut wird. Die DIN EN ISO/ASTM 52900 definiert Additive Fertigung als „Prozess, bei dem Objekte durch Verbinden von Materialien auf Basis von 3D-Modelldaten schichtweise aufgebaut werden — im Gegensatz zu subtraktiven Fertigungsmethoden”.

Typische Verfahren der additiven Fertigung sind:

  • FDM (Fused Deposition Modeling) — Schmelzschichtverfahren
  • SLA (Stereolithografie) — UV-Harzhärtung
  • SLS (Selektives Lasersintern) — Pulverbett mit Laser
  • DMLS (Direct Metal Laser Sintering) — Metallteile via Laser

Was ist „3D-Druck”?

3D-Druck ist ursprünglich ein Markenname des MIT aus den 1990er Jahren, der sich zur allgemeinen Umgangssprache entwickelt hat. Heute wird er synonym mit additiver Fertigung verwendet — besonders im Consumer-Bereich und in Medienberichten. Der Begriff ist weniger präzise, dafür aber allgemein verständlich.

Warum der Unterschied wichtig ist

Im professionellen Umfeld sprechen Ingenieure und Hersteller bevorzugt von „Additiver Fertigung”, da dieser Begriff:

  • Normen und Richtlinien entspricht
  • Alle Verfahrensgruppen einschließt
  • Seriöser im industriellen Kontext wirkt

Für die Kommunikation mit Kunden und in allgemeinen Kontexten ist „3D-Druck” jedoch vollkommen angemessen — und wird auch von uns gern verwendet.

Fazit

Beide Begriffe beschreiben dasselbe grundlegende Prinzip: Material wird schichtweise aufgebaut, um ein dreidimensionales Objekt zu erzeugen. Kennen Sie den Hintergrund, können Sie den passenden Begriff situationsgerecht wählen — und bei technischen Diskussionen mit Klarheit punkten.

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