Was ist SLA?
Stereolithografie (SLA) ist das älteste industrielle 3D-Druckverfahren — erfunden in den 1980er Jahren von Chuck Hull. Ein UV-Laser härtet ein flüssiges Photopolymer-Harz schichtweise aus und erzeugt Bauteile mit außergewöhnlicher Detailgenauigkeit.
Wie funktioniert SLA?
- Eine Bauplattform taucht in ein Harzbad ein
- Ein UV-Laser belichtet die oberste Harzschicht und härtet sie punktgenau aus
- Die Plattform hebt sich um eine Schichthöhe (typisch 0,025–0,1 mm)
- Der Vorgang wiederholt sich, bis das Bauteil fertig ist
- Nach dem Druck wird das Bauteil gewaschen und in einem UV-Ofen nachgehärtet
Technische Merkmale
- Schichthöhe: 0,025–0,1 mm (deutlich feiner als FDM)
- Oberflächenqualität: Sehr glatt, kaum sichtbare Schichtlinien
- Maßgenauigkeit: ±0,1–0,2 mm
- Baugröße: Je nach Drucker bis 300 × 335 × 200 mm
Materialien
SLA-Harze gibt es in vielen Varianten:
- Standardharz: Günstig, für Prototypen und Visualisierungen
- ABS-ähnlich: Zäh und schlagfest für Funktionsprototypen
- Flex-Harz: Gummiartige Eigenschaften
- Zahnarzt/Medizinharz: Biokompatibel und sterilisierbar
- Castable Resin: Ausbrennbar für Schmuckguss
Vorteile von SLA
- Hervorragende Oberflächenqualität direkt aus dem Drucker
- Sehr feine Details und scharfe Kanten
- Breite Materialauswahl mit spezifischen Eigenschaften
- Ideal für Schmuck, Zahntechnik, Figurenmodelle und Präzisionsprototypen
Grenzen von SLA
- Harze sind UV-empfindlich — Bauteile vergilben und werden spröde bei dauerhafter Sonneneinstrahlung
- Nachbearbeitung notwendig (Waschen, Nachhärten)
- Höhere Materialkosten als FDM-Filamente
- Toxische Harzdämpfe erfordern Sicherheitsvorkehrungen
SLA vs. FDM — Wann welches Verfahren?
| Kriterium | SLA | FDM |
|---|---|---|
| Oberfläche | Sehr glatt | Schichtlinien sichtbar |
| Materialvielfalt | Harze (speziell) | Filamente (breit) |
| Kosten | Höher | Niedriger |
| Ideal für | Präzision, Optik | Funktion, Größe |
Für Bauteile, bei denen Oberflächenoptik und Detailtreue entscheidend sind, ist SLA die richtige Wahl.